Start der zweiten Etappe: Zusammen mit Nils nach Dänemark

Und zack der nächste Eintrag. Irgendwie muss ich die teuer gekauften 24h WLAN auf dem Campingplatz und den Rest Akku des Tablets ja ausnutzen. 😉 Hier also der Bericht von der ersten Woche des zweiten Abschnitts meiner Tour. 

Prolog: Bonn – Münsterland

Am 1. Juli war ich auf der Hochzeit eines Freunds im Münsterland eingeladen und eigentlich wollte ich von Bonn aus mit dem Rad anreisen. Es war alles vorbereitet, meinen Anzug hatte ich seinen Eltern mitgegeben etc., aber irgendwie hatte mich nach den zweieinhalb Wochen gammeln und nichts tun in Bonn die Unlust aufs Rad zu steigen noch voll im Griff. So wurde aus der Abfahrt am Donnerstag nichts und ich beschloss Freitags ein Stück bis Dinslaken mit dem Zug zu schummeln und von dort aus dann das letzte Stück mit dem Rad zu fahren. So machte ich mich Freitag mittags auf den Weg zum Bahnhof und wurde von der Bahn nicht enttäuscht. In Bonn hatte der Zug schon knapp 10 Minuten Verspätung, die sich auf der Strecke bis Duisburg noch auf über 30 Minuten steigern sollte. Und dann kam noch die Durchsage, dass der Zug nicht wie geplant bis Wesel fährt, sondern aufgrund der Verspätung schon in Oberhausen-Sterkrade endet und wieder nach Koblenz zurück fährt. Na super, zwei Stationen vor Dinslaken. Da ich keine Lust hatte in Sterkrade auf die Regionalbahn nach Dinslaken zu warten, beschloss ich von dort aus dann zu starten. Das waren nur 10 km mehr bis zu meinem Ziel in Rhede.

Nach einer Stärkung mit einer großen Portion Fritten am Bahnhofsimbiss ging es dann los. Erst durch viel bebautes Gebiet bevor ich dann kurz hinter Dinslaken an den Rhein kam. Dort ging es dann mehr oder weniger auf dem Deich entlang bis Wesel, bevor ich in Richtung Rhede abbog. Es lief erstaunlich gut, dafür , dass ich am Tag zuvor so gar keine Lust auf Radfahren hatte. Kurz vor Rhede erwischte mich dann noch ein kleiner Schauer, der aber schon fast vorbei war, bis ich meine Regenjacke aus der Tasche gekramt hatte. In Rhede angekommen checkte ich dann erst mal im vorher gebuchten Hotel ein bevor ich mich bei dann strömenden Regen zum Supermarkt aufmachte um Proviant für den Sonntag zu besorgen.

Am Sonntag nach der Hochzeit stand nur eine sehr kurze Etappe bis zum nächsten Campingplatz in Winterswijk kurz hinter der holländischen Grenze an. Dort hatte ich mich mit Nils verabredet, der mit dem Rad auf dem Weg von Limburg war und mich in der kommenden Woche bis zur dänischen Grenze begleitet wollte.

Rhede verabschiedete mich dann auch mit einem schönen anhaltenden Regenschauer, den ich unter einem Vordach einer Bank aus saß. Ich hatte ja heute Zeit. Als es dann endlich aufhörte machte ich mich auf den Weg. Für das ganze Bier auf der Hochzeit und den wenigen Schlaf liefen es eigentlich ganz gut. Trotzdem war ich froh, als ich auf dem Campingplatz ankam. Ein schöner kleiner Platz neben einem Bauernhof.  Nils sollte erst Abends ankommen und so machte ich erst mal einen Mittagsschlaf.

Gegen 18:00 Uhr kam Nils an und wir kochten zusammen und planten die Tour für den nächsten Tag. 

Mit Nils nach Dänemark

Meppen

Als Ziel für den ersten Tag hatten wir uns Meppen ausgesucht. Zum Einen war es der „einzige“ Campingplatz in Tagesreichweite, der direkt an der Route lag, zum Anderen wollte Nils gerne ausprobieren, ob er 120 km an einem Tag fahren kann. Zuerst ging es aber erst mal zu einem riesigen Campingladen, wo Nils sich eine Isomatte kaufte. Seine Luftmatratze hatte den Geist aufgegeben. Dann machten wir uns auf den Weg. Es ging meist über kleine Straßen und Feldwege relativ straight nach Norden. Dabei streiften wir mehrmals die holländische Grenze. Auf der holländischen Seite ging es auch mehrfach über kleine, schöne, gut fahrbare Pfade mitten durch den Wald. Dabei hatten wir über weite Strecken leichten Rückenwind, so dass wir gut voran kamen. Erst auf den letzten Kilometern mussten wir das Tempo etwas drosseln, Nils merkte langsam, was 120km bedeuten. 😉 In Meppen machten wir es uns dann auf dem kleinen Campingplatz direkt an der Ems gemütlich und saßen noch relativ lange vor dem Zelt. 

Bad Zwischenahn

Nachdem wir am nächsten Morgen nach ein paar Umwegen wegen Baustellen aus Meppen heraus waren führte die Route heute schräg nach Nordwesten. Mal auf kleinen Straßen über längere Stücke aber auch immer geradeaus auf Radwegen direkt neben der Bundesstraße. Dabei wurde die Landschaft immer „langweiliger“. Acker und Wiesen soweit das Auge reicht, dafür nahmen die Schilder und Plakate für Schützenfeste zu. 😉

Am Ende des Tages machten wir wie üblich noch einen Abstecher zum Supermarkt und bauten dann unsere Zelte auf dem Campingplatz am See, dem Zwischenahner Meer, auf. 

Wremen

Von Bad Zwischenahn ging es nächsten Tag weiter durch plattes Land bis zur Jade. Von dort an folgten wir ein Stück dem Nordseeradweg am Deich bis wir nach Osten zur Fähre nach Bremerhaven abbogen, um den Schlenker den der Nordseeradweg, der immer an der Küste entlang führt, abzukürzen. Vor der Fähre wurden wir dann von einer riesigen LKW und PKW Schlange überrascht, an der wir uns aber mit dem Rad zum Glück vorbei mogeln konnten. Wie uns ein Mann am Anleger erzählte, war der Wesertunnel in eine Richtung gesperrt, weshalb jetzt alle auf die kleine Fähre auswichen, was wohl ungefähr 2 Stunden Wartezeit für LKW bedeutete, weil immer nur 2-3 auf die Fähre passten. In Bremerhaven angekommen, sprach uns ein Radfahrer an, wo wir denn hin wollten. Als wir sagten, in Richtung Cuxhaven, schlug er uns vor uns einen schönen Weg aus der Stadt zu zeigen. Der Nordseeradweg führt dort direkt durch den Hafen, wovon er uns abriet. So folgten wir ihm kreuz und quer durch die Stadt und durch Parks und Schrebergartenanlagen bis zum Stadtrand. Dort verabschiedete er sich ähnlich spontan, wie er uns angesprochen hatte und wir machten und wieder auf den Weg zurück auf den Nordseeradweg. Dabei streiften wir dann doch noch kurz den Hafen bevor wir wieder auf den Deich trafen, dem wir bis Wremen folgten.

Nordermeldorf

Am nächsten Morgen hieß es dann für unsere Verhältnisse früh aufstehen. Wir wollten um 12:30 Uhr die Elbefähre von Cuxhaven nach Brunsbüttel erreichen und so machten wir uns schon um 9:30 Uhr auf den Weg. Es ging bei schönstem Wetter mehr oder weniger immer die Küste entlang. Mal hinterm Deich vorbei an kleinen Bauernhöfen, mal vor dem Deich durch Wiesen und Weiden. Es lief gut und so erreichten wir trotz der Wartezeit an der Hubbrücke im Hafen von Cuxhaven zeitig den Fähranlegen. Die einstündige Überfahrt nutzen wir dann als ausgedehnte Mittagspause und Nils auch für ein Nickerchen direkt auf dem Deck. 

Von Brunsbüttel führte die Route dann ziemlich direkt nach Norden bis nach Meldorf. Dort deckten wir uns mit Abendessen und Proviant für den nächsten Tag ein und machten uns au den Weg zum Campingplatz, der ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt an einem Bauernhof lag. 

Husum

 Wir hatten uns am Vormittag Husum als Ziel für den Tag ausgesucht. Es ging immer den Nordseeküstenradweg entlang und ich hatte den ganzen Tag einen Turbostaat-Ohrwurm. „Husum, verdammt…“ . 😉  Besser als so mancher anderer Ohrwurm, den ich die Tage vorher beim Radfahren hatte. Dafür reicht bei mir meist schon ein kurzer Songschnippsel au irgendeinem Radio und ich habe das Lied den ganzen Tag im Ohr.  Da wir in den letzten Tagen gut voran gekommen waren, nahmen wir statt meiner geplanten direkten Route die Schlenker des Nordseeküstenradwegs mit, was uns einiger Kilometer direkt hinter dem Deich bescherte.  

Klanxbüll

Von Husum aus ging es dann am nächsten Tag, die meiste Zeit dem Nordseeküstenradweg folgend, immer die Küste entlang. Entweder hinter, auf oder vor dem Deich, aber immer mit Gegenwind. Das war ziemlich ermüdend. Egal in welche Richtung die nächste Kurve führte, der Wind kam von vorne. Dazu kamen die Schafsgatter am Deich, die einen alle paar hindert Meter bis Kilometer ausbremsten. Gatter auf, durch Rollen, „rums“ Gatter zu. Wie in einer Zeitschleife. Dafür war es interessant die Schafe und Lämmer auf dem Deich zu beobachten, die sich von wundersamen Menschen auf 2 Rädern so gar nicht aus der Ruhe bringen ließen, selbst, wenn man einen halben Meter entfernt an ihnen vorbei fuhr. 

Nach einer ausgedehnten Mittagspause auf wunderbaren „Liegestuhl“-Bänken, näherten wir uns so langsam Klanxbüll, dem letzten gemeinsamen Campingplatz. Wieder ein ganz kleiner Campingplatz neben einem Bauernhof, den wir diesmal sogar ganz für uns alleine hatten. Zur Feier des Abschluss unserer gemeinsamen Tour, schwungen wir uns abends nochmal auf die Räder und fuhren in den Ort zum Pizza essen. 

Ribe

Von Klanxbüll aus begleitete mich Nils noch bis an die dänische Grenze, bevor er auf den Nord-Ostsee-Radweg nach Flensburg einschwenkte, von wo aus es für ihn am nächsten Tag mit dem Zug zurück nach Limburg gehen sollte. Schon ein komisches Gefühl nach einer schönen gemeinsamen Woche alleine über die Grenze fahren.  (Nils, nochmal Danke, dass du mich die Woche begleitet hast.)

Von der Grenze aus folgte ich weiter der Northsea-Cycle-Route, die hier mit dem Nationalen Radweg 1 zusammenfällt und super ausgeschildert ist. Nur manchmal vermisse ich Wegweiser mit Kilometerangaben um besser abschätzen zu können, wie weit es noch ist. 

Der Weg führte mich meist über kleine Straßen und Wege, zum Teil am Deich (Gatter auf, durch Gatter zu) zum Teil im Hinterland bis nach Ribe. Eine kleine schöne Stadt mit einem Luxuscampingplatz. 😉 Hier habe ich dann gestern meine Ruhetag gemacht, mit dem üblichen Wäschewaschen, Stadt ansehen, rumgammeln, Blogschreiben.

Heute morgen sitze ich dann im Zelt und schreibe noch diesen Beitrag. Leider schauert es immer wieder, was meine Motivation auf zu brechen, nicht gerade steigert. Aber es hilft ja alles nichts. 😉

 

Hier noch ein paar Fotos aus der letzten Woche:

 

 

Ein Kommentar bei „Start der zweiten Etappe: Zusammen mit Nils nach Dänemark“

  1. Cooler Bericht!! Wer ist der riesige Kerl mit dem Pferdeschwanz? 😉

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