Die Rückfahrt mit dem Zug von Travemünde nach Bonn war fast das größte Abenteuer der ganzen Tour, aber der Reihe nach. 😉
Die Fähre legte relativ pünktlich um 21:30 Uhr in Travemünde an. Es dauerte ein Wenig bis ich zusammen mit den anderen Radfahrern im Pulk von Deck fahren konnte. Vorher mussten erst die LKWs die mit auf dem Unterdeck standen heraus fahren. Als ich aus dem Hafengelände heraus war, machte ich mich zuerst auf den Weg zur Bahnhaltestelle Travemünde-Skandinavienkai, in der Hoffnung, dass ich dort am Automaten ein Fahrradticket für einen IC am nächsten Tag kaufen könnte. In der Bahnapp ist es nicht möglich ein Fahrradticket zu kaufen und von meinen vorherigen Reisen mit dem Rad und der Bahn wusste ich, dass man Fahrradkarten im Fernverkehr mindestens einen Tag vorher kaufen muss. Wie ich feststellen musste, ist es am Automaten leider ebenfalls nicht möglich ein Fernverkehrsticket für das Rad zu kaufen. Warum weiß ich auch nicht. In der App kann ich es mir vorstellen, weil man ja das Fahrradticket ans Rad hängen muss. Aber mit einer am Automaten gedruckten Karte gäbe es dieses Problem ja nicht. Naja, dann blieb mir nichts anderes übrig als am nächsten Tag meinen Rückweg nach Bonn mit Regionalbahnen anzutreten. Das hieß dann ca. 8,5 h und 6 mal umsteigen.
Leicht genervt machte ich mich auf den Weg zum Campingplatz in Travemünde. Ich hatte am Tag vorher dort angerufen und abgeklärt, dass ich dort mein Zelt aufschlagen darf, auch wenn ich erst spät Abends ankomme. Beim Zeltaufbauen kam dann auch das erste Mal die Stirnlampe zum Einsatz, die ich seit Spanien mit mir herum getragen hatte. Aber hier war sie sehr hilfreich.
Am nächsten Morgen regnete es und für den Mittag war auch noch Sturm vorhergesagt. Keine guten Aussichten um noch einen Tag hier zu verbringen. Ich hatte überlegt statt mit den Regionalbahnen zurück zu fahren, einen weiteren Tag in Travemünde zu verbringen und mir am Schalter eine IC-Karte für den nächsten Tag zu kaufen. So packte ich aber im strömenden Regen mein Zelt zusammen und machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Der Zug war pünktlich und die Umstiege in Lübeck und Hamburg funktionierten ohne Probleme. In Bremen hatte ich nach Plan relativ viel Aufenthalt und holte mir beim Bäcker etwas zu essen. Zurück am Bahnsteig kam die Durchsage, dass mein Zug nach Osnabrück wegen Sturmschäden auf der Strecke ausfällt. Ich hoffte auf den nächsten Zug, der laut App fahren sollte. Dieser fiel aber auch aus bzw. fuhr nicht bis Osnabrück. Ich suchte eine Alternativverbindung, aber die Durchsagen zu Zugausfällen wegen Unwetterschäden nahmen zu, bis es irgendwann hieß, dass der Zugverkehr für undefinierte Zeit komplett eingestellt wird. Na super!
Es war schon später Nachmittag und selbst, wenn die Züge in einer Stunde wieder nach Plan fahren sollten, wäre es fast unmöglich gewesen am gleichen Tag noch bis Bonn zu kommen. Ich gab auf. Da ich keine Lust hatte am Bahnhof zu übernachten, suchte ich mir ein Hotel in der Nähe. Im Hotel angekommen, war ich zu genervt um noch irgendwo essen zu gehen und so gab nur kalte Küche aus dem Supermarkt gegenüber, bevor ich vor dem Fernseher einschlief.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen startete ich meinen zweiten Versuch nach Bonn zu kommen und diesmal lief alles glatt und ohne große Verspätungen, so dass ich am frühen Nachmittag in Bonn ankam.
Irgendwie ein komisches Gefühl wieder zurück zu sein.
Den Sturmtag haben wir in Hamburg im Miniatur-Eisenbahnland verbracht und uns die Sturmschäden am Abend im Fernsehen angeschaut Anschließend war wieder „schönes“ Wetter und wir sind nach Travemünde und Lübeck.
Gruß
M