Dänemark: Dünen, Strand, Gegenwind, Hügel und erste Zweifel

Henneby

Nach dem Ruhetag in Ribe kam ich mal wieder viel zu spät los. Zum Einen habe ich an dem Morgen noch den letzten Blogartikel über die Woche mit Nils fertig geschrieben. Zum anderen regnete es. Als ich den Artikel fertig hatte, hörte der Regen auf und ich musste mich sputen meine Sachen zu packen. Spätestens um 12 musste ich vom Campingplatz runter sein. Um zehn vor zwölf stand ich an der Rezeption um auszuchecken. 😉 Auf den ersten Kilometern brauchte ich ein bisschen um wieder in fahrt zu kommen, aber danach lief es eigentlich ganz gut. In Esbjerg machte ich eine kurze Mittagspause bei den vier Riesen, die dort am Strand sitzen. Als ich aufbrechen wollte, kam auch Martin an. Ein schweizer Reiseradler auf dem Weg nach Göteborg, den ich mit Nils schon bei einer Mittagspause in Deutschland getroffen hatte und der auch gestern Abend schon in Ribe auf dem Campingplatz war. Ihm war es aber direkt am Strand zu windig und suchte sich ein windgeschützteren Platz für seine Pause. So machte ich mich alleine weiter auf den Weg. Es ging meist über Straßen oder Radwege daneben. Ein Teilstück des Weges verlief auch über einen Truppenübungsplatz, auf dem aber zum Glück nichts los war. Es war die offizielle ausgeschilderte Radroute. Am Ende des Tages wurde die Landschaft nochmal interessanter und der Weg führte schön direkt durch die Dünen. Echt schön, mit vielen versteckten Ferienhäuschen, die sich in den Dünen versteckten.
Station machte ich auf dem Campingplatz in Henneby.

Sonder Felding

Am nächsten Tag ging es am Anfang weiter durch die Dünen und später auch direkt am Strand entlang. Leider hatte der Wind aufgefrischt und kam natürlich meist von vorne. Es lief so garnicht und trotz der schönen Landschaft begann ich an zu zweifeln, ob das alles so gut ist. An dem Tag war ich das ständige Weiterreisen echt leid. Jeden Morgen den ganzen Kram einzupacken,…. Ich träumte von einem Urlaub in einem der vielen schönen Häuschen…. Aber es half ja nichts, ich musste weiter. Schließlich wollte ich mich ja am Freitag mit Christian in Aarhus treffen. Nach einer Pause an einem Parkplatz am Strand, in der ich die vielen Wind- und Kitesurfer beobachten konnte, die dort unterwegs waren, bog ich vom Westküstenradweg ab und folgte kleinen lokalen Radrouten durch ein Naturschutzgebiet. Dort musste man an zwei Stellen Wasserläufe mit einer Seilzugfähre überwinden. Bei der ersten Fähre, war eine Gruppe Pfadfinder so nett mich hinüber zu ziehen. Bei der zweiten Stelle musste ich de Fähre alleine hinüber ziehen. Bei Gegenwind eine garnicht so einfach Aufgabe. Hinter der Fähre wechselte ich dann auf die nationale Radroute 4, die mich quer hinüber an die Ostküste nach Aarhus führen sollte.
Als Ziel hatte ich mir den Campingplatz in Sonder Felding ausgesucht. Man merkte, dass diese Region im Landeinneren bei weitem nicht mehr so touristisch wie die Küste ist. An dem kleinen Campingplatz selbst gab es keine Rezeption, sondern man musste sich an einem Kiosk an der Tankstelle anmelden. Und der Herr sprach weder deutsch noch richtg englisch. So konnte ich ihm zwar klar machen, dass ich gerne für eine Nacht bleiben wollte, aber er sagte mir leider nicht, dass ich für die Duschen spezielle Münzen brauchte. Das fand ich erst heraus, als ich duschen wollte. Ich hatte aber keine Lust mehr zurück zu dem Kiosk zu fahren so blieb es an diesem Abend bei Katzenwäsche.

Aarhus

Am nächsten Tage stand eine lange Etappe nach Aarhus an. Und die hatte es in sich. Am Anfang ging es noch einigermaßen flach los. Aber dann kamen die Hügel. Ich hatte es nach den flachen Etappen an der Küste garnicht auf dem Schirm, dass Dänemark so hügelig ist. Es hatte schon etwas von Mittelgebirge. Immer wieder kurze, aber dafür zum Teil sehr steile Anstiege. So zeigte meine Naviapp am Ende des Tages 127km und über 1000 Höhenmeter an. Abgesehen, von einem kleinen alten Braunkohletagebaugebiet hatte die Landschaft an diesem Tag nicht so wahnsinnig viel spannendes zu bieten. Viele Getreidefelder ab und zu unterbrochen von Wäldern und Wiesen.

In Aarhus mietete ich mich für 2 Nächte auf Campingplatz ein. Am nächsten Tag wollte ich mich dort mit Christian treffen, der mich die nächsten vier Wochen bis Bodo in Norwegen begleiten wird.

Da Christians Zug erst mittags in Aarhus ankommen sollte, bestand der nächste Morgen dann größtenteils aus Gammeln und Kaffeetrinken. Als ich mich gerade aufraffen wollte duschen zu gehen, fing es dann an heftig zu regnen. So legte mich nochmal hin und schaute zu wie der See vor meinem Zelt immer größer wurde. Irgendwann hörte es dann zum Glück auf und so konnten wir, nachdem Christian sein Zelt aufgestellt hatte, den Nachmittag mit ein bisschen Sightseeing in der Stadt und der Suche nach einer neuen Gaskartusche verbringen. (Das war garnicht so einfach, große Kartuschen waren in allen Outdoorläden ausverkauft. Am Ende wurde ich in einem Angel und Jagdshop doch noch fündig.) Abends kochten wir dann zusammen und tranken noch ein Bier vor dem Zelt.

Hadsund

Die am Vorabend angepeilte Aufbruchszeit von halb 10 überzogen wir am Morgen schön, so dass wir erst gegen 11 auf der Straße waren. Auch nicht schlimm und gut, dass mich mit Christian jemand begleitet, der auch nicht der große Frühaufsteher ist und es morgens lieber etwas gemütlicher angehen lässt. Nachdem wir auf den ersten Kilometern unser Tempo gefunden hatten, ging es doch relativ zügig den Ostküstenradweg entlang gegen Norden. Als wir dann vom Küstenradweg abwichen um eine Landzunge über lokale Radrouten abzukürzen wurde es wieder hügelig, womit Christian zum Teil etwas zu kämpfen hatte. Aber vll ist es gut um sich auf die bevorstehenden Berge in Norwegen einzustimmen. 😉 Nach knapp über 90 km kamen wir in Hadsund an und machten uns dort nach einem kurzen Stop an enem Supermarkt auf den Weg zum Campingplatz. Ein netter kleiner Platz mit einer netten schweizer Pächterin, die es irgendwann hier her nach Dänemark verschlagen hatte, wie sie Christian erzählte, als er bei ihr Abends nach dem Essen noch ein Bier holte.

Saeby

Am nächsten Morgen wurden wir vom Prasseln des Regens auf unseren Zelten geweckt. Super Start in den Tag. Das hob meine Stimmung. 😉 Zwar hörte es bald auf zu regnen und wir konnten im Trockenen unsere nassen Zelte einpacken, aber den halbe Tag war es grau und es nieselte immer wieder. Das hieß Jacke an, Jacke aus… und verbesserte meine Stimmung nicht gerade. Wie soll das bloß in Norwegen werden, wo es nach Berichten die ich gelesen habe auch gerne mal Tage lang durchregnet. Die erste Pause machten wir an einem Aussichtspunkt in einem Naturschutzgebiet. Dort sollte man verschiedene Tiere im Moor beobachten können. Außer den Schwalben, die im Dach der Hütte ihre Nester hatten, konnten wir selbst mit den dort aufgestellten Ferngläsern keine Tiere ausmachen.
Am Mittag kam dann zum Glück die Sonner heraus und die Welt sah direkt viel schöner aus. Auch meine Stimmung besserte sich wieder. Nachmittags machten wir dann Pause an einem Picknickplatz an einem Hafen und kochten uns erstmal einen Kaffee. Mit der Sonne kam aber leider auch der Wind zurück, der uns auf den letzten Kilometern nach Saeby das Radfahren schwer machte. Entweder er kam von vorne oder in Böen von der Seite, so dass man aufpassen musste nicht von der Straße gepustet zu werden.

Frederikshavn (Fähre nach Oslo)

Am nächsten Morgen hieß es für unsere Verhältnisse sehr früh aufstehen. Wir wollte die Fähre nach Oslo um 9:15 Uhr ereichen und wir brauchten noch Tickets und man muss mindestens 30 Minuten vor Abfahrt da sein. So machten wir uns um 7:30Uhr auf den Weg, Die 10km nach Frederikshavn liefen gut, so dass wir kurz nach Acht am Hafen waren. Tickets hab es zum Glück auch noch und so lief alles doch erstaunlich glatt. Ich hatte mir mal wieder viel zu viele Gedanken gemacht. Die Fähre legte pünktlich ab und wir versuchten mit Lesen, Fotos sortieren, Musik hören und schlafen die über 9 Stunden Fahrt so gut wie möglich zu überstehen.

Mehr dann im nächsten Artikel.

2 Kommentare bei „Dänemark: Dünen, Strand, Gegenwind, Hügel und erste Zweifel“

  1. hallo christian
    so melde ich mich endlich doch noch aus schweden.
    nach viel gegenwind suchte ich nach unserer 3. begegnung bei den riesen am strand den campingplatz bei bei oksboel auf (schön windgeschützt, etwas im landesinnern).
    nach weiterem gegenwind fuhr ich dann 2 tage mehr im landesinnern nach norden. und glücklicherweise kehrte der wind dann ja auf sw was eine wohltat war. aber das wirst du wohl auch so erlebt haben.
    am 17.7. war ich dann auf dem camping in hulsig, fuhr am nächsten tag ohne gepäck nach skagen und stand dann dort wirklich mit einem fuss in der ost- und dem anderen in der nordsee. so hatte ich mein erstes zwischenziel erreicht.
    anschliessend ging es dann am 18.7. mit der fähre von frederikshavn nach göteborg. dann noch ein tag weiter bis hierher in die nähe des vänernsees. da mache ich nun 2 wochen ferien mit meiner frau und anschliessend gehts dann erst mal weiter dem götakanal entlang richtung stockholm.
    und du bist ja unterdessen bereits im herausfordernden norwegischen hügelgebiet. weiterhin alles gute und gottes schutz und segen auf deinem wege.
    das war ja irgendwie schon speziell, dass wir uns dreimal begegneten.
    gruss martin

    1. Hallo Martin,
      Vielen Dank für deine Nachricht. Schön zu hören, dass deine Tour bis jetzt gut geklappt hat und du gut bei deiner Frau angekommen bist.
      Ja, der Gegenwind an der Westküste war ziemlich Kraftraubend, aber die Dünenlandschaft hat dafür entschädigt. Ich bin ja irgendwann nach Osten abgebogen. Dann hatte ich etwas Rückenwind, aber es kamen die Hügel im Landesinneren.

      Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub am Vänernsee und eine gute Tour nach Stockholm. Ich fand den Götakanal sehr schön. Die Schleusentreppen sind sehr faszinierend. Vielleicht hast du Glück, dass gerade ein Schiff darin ist, wenn du dort vorbei kommst.

      Viele Grüße
      Matthias ( nicht Christian 😉 )

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