Die letzten Tage ist nicht so wahnsinnig viel passiert. Ich bin die letzten Tage auch nicht so wirklich weit gekommen und seit Montagabend in Tromsø. Aber von vorne:
Andenes
Nachdem ich den letzten Blogartikel fertig geschrieben hatte, klarte das Wetter auf und der Wind ließ nach. Es wurde doch noch ein schöner sonniger Nachmittag. Der Campingplatz in Andenes liegt direkt am Strand und so setzte ich mich, nach dem Einkaufen, gemütlich mit einem Bier auf die Düne und schaute aufs Meer. Am Tag zuvor war mir gar nicht aufgefallen, dass es direkt hinter der Düne ein schöner Sandstrand war. Aber es war sowieso zu kalt um ins Wasser zu gehen. Am frühen Abend machte ich mir in der Küche etwas zu essen, bevor diese wieder von einer italienischen Großfamilie besetzt wurde. Allgemein sind hier oben im Moment sehr viele Italiener unterwegs. Auf jeden Fall viel mehr, als auf meiner bisherigen Reise. Da habe ich meist eher Deutsche und Holländer getroffen.
Nachdem Essen saß ich dann zusammen mit Mona, die von ihrem Tagesausflug mit einem Leihrad zurück war, noch auf ein zweites Bier auf der Düne, bevor uns der einsetzende Regen vertrieb. Es wurde auch kalt und so verzog ich mich in mein Zelt.
Skaland
Die Fähre von Andenes auf die Insel Senja fährt nur im Sommer und da auch nur 3 mal am Tag. Da mir 8:45 Uhr zu früh war, hatte ich mir die 13:00 Fähre ausgesucht. So hatte ich am Morgen viieeeelll Zeit. Die Sonne schien nur windig war es. Gegen 12:15 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zum Hafen. Der Wind schob mich ganz schön an, so dass die 3km schnell hinter mir lagen. Am Hafen traf ich dann einen Radler wieder, der mit uns auch schon auf der Fähre von Bodø auf die Lofoten war. Er ist auch auf dem Weg ans Nordkap.
Gegen 15:00 Uhr legte die Fähre auf Senja an. Die Landschaft war hier wieder rauher. Die Hügel steiler und felsiger. Auf den ersten Metern wurde ich dann auch direkt von schönstem Gegenwind empfangen. So macht das Spaß. Ich folge der welligen Straße den schmalen Fjord entlang bis dies den Fjord mit einer Brücke kreuzt und auf der anderen Seite direkt in einem ansteigenden Tunnel verschwindet. Toll, erst Gegenwind und dann auch noch im Tunnel bergauf. Auf Senja und auch später bis Tromsø gibt es vor den längeren Tunneln fast immer ein Warnschild vor Radfahrern im Tunnel, bei dem man mit einem Taster eine Warnleuchte starten kann. Das wird in den nächsten 2 Tagen mein neues Deja-vu, ähnlich der Schafgatter an der Nordsee. Tunnel, Anhalten, Taste drücken, Durch…. 😉
Die Straße folgt noch weiteren Fjorden, bevor sie für 3 km mit 7-8% ein Tal hinauf klettert. Das Wetter wird immer grauer und kälter. Am Ende des Tals verschwindet die Straße wieder in einem Tunnel. Diesmal geht es bergab. Trotz Longsleeve und Windjacke ist mir sau kalt. Am Ende spuckt der Tunnel einen am Hang eines weiteren Fjords aus. Es geht weiter bergab. An einem Rastplatz in einer Kehre steht eine Aussichtsplattform, die sich über den Abgrund hinausstreckt. Ich mache kurz Pause, aber es wird mir nicht mehr wärmer. Heute läuft es irgendwie nicht. Ich komme nicht in meinen Rhythmus und der späte Start war wahrscheinlich auch nicht so gut. Es ist kurz nach 18:00 Uhr und bis zum nächsten Campingplatz sind es noch 30-40km. Zu weit für heute. Im nächsten Ort nehme ich mir ein Zimmer in einem Motel. Irgendwie ein komischer Ort, der in dem grauen Wetter noch runtergekommener und leerer aussieht, als er wahrscheinlich ist. In dem Motel scheine ich auch der einzige Gast zu sein. Von der Lebensfreude der Skamusik sieht man in Skaland nichts. 😉
Tromsø
Am nächsten Morgen hat sich das Wetter noch weiter verschlechtert. Als ich mein Rad beladen habe und zum Supermarkt auf der anderen Straßenseite gehe, fängt es an zu regnen. Und bis auf kurze Aussetzer wird mich der Regen den ganzen Tag begleiten. Also packe ich das erste Mal auf der ganzen Tour meine Regenhose aus. Bei warmen Temperaturen macht es mir nichts aus, wenn die Beine nass werden, aber bei um die 10°C hätte ich sofort Eisklumpen.
Für das sehr bescheidene Wetter läuft es erstaunlich gut. So lange ich mich bewege ist mir angenehm warm, nur bei längeren Pausen wird es irgendwann trotz Jacke und Regenhose schnell kalt.
Die Strecke über die Insel Senja verläuft über enge kleine Straßen und durch genauso enge Tunnel. Hier möchte ich nicht mit dem Auto einem LKW begegnen. Selbst mit dem Rad wird es schon fast eng, wenn mir ein LKW entgegen kommt. Zum Glück ist aber nicht so wahnsinnig viel Verkehr, so dass ich auch mal großen Pfützen ausweichen kann. Nur an Fotos und an Pausen ist bei dem Wetter fast nicht zu denken. In Botnhamn wartet dann die nächste Fähre auf mich, die mich nach Brensholmen bringen soll. Auch wenn die Fähre schon im Hafen liegt, ist die Schranke noch unten und ich muss eine lange und kalte halbe Stunde warten, bevor ich endlich zusammen mit den wartenden Autos auf die Fähre rollen darf. Ca. eine Dreiviertelstunde Auftauen.
In Brensholmen empfängt mich ein Auto der staatlichen Straßenverwaltung. Sie machen eine Umfrage bei Radfahrern von wegen Ausschilderung und weiteren Tourifragen. Ein toller Job im Dauerregen in der Gegend herum zu fahren und Radfahrer zu suchen. 😉 Ich willige ein, den Fragebogen auszufüllen. Er ist länger als ich gedacht hatte. Am Ende gibt es als Dank Schokolade und Minifahrradlichter. Mal sehen, ob ich die für irgendwas gebrauchen kann. Es regnet wieder und mir ist nach dem langen Sitzen richtig kalt. Es wird Zeit, dass ich wieder in Bewegung komme, damit mir warm wird. So geht es weiter durch den zum Teil strömenden Regen.
Bei der nächsten Pause unter dem kleinen Dach einer Hinweistafel ca 30km vor Tromsø beschließe ich heute bei dem Wetter nicht zu zelten und buche mir für zwei Nächte ein Zimmer in einem Hotel in Tromsø. Morgen will ich mir die Stadt ansehen und mein Fahrrad braucht auch dringend etwas Zuwendung. So geht es unterbrochen von noch einem Stop an einer überdachten Bushaltestelle nach Tromsø. Am Hotel angekommen dann eine angenehme Überraschung. Es ist kein Einzelzimmer, wie ich es gebucht habe mehr frei. Stattdessen bekomme ich ein 3 Zimmer Appartement mit Wohnzimmer, eigener Küche und Waschmaschine. Habe ich heute doch noch Glück. 😉
Am Abend fangen dann die Halsschmerzen an. Ich ahne schon, es kündigt sich eine schöne Erkältung an.
Am nächsten Tag schlafe ich erstmal aus und stelle eine Waschmaschine mit den nassen Radklamotten von gestern an. Dann mache ich mich auf den Weg ein bisschen die Stadt ansehen und ein paar Dinge besorgen. Dabei hatte ich meine Kamera leider nicht dabei. Aus der geplanten Gaskartusche und den wärmeren Radhandschuhen sind dann noch warme Socken und ein Thermobecher geworden. Da sich zu den Halschmerzen jetzt auch noch Husten gesellte, besorgte ich mich auf dem Rückweg im Supermarkt auch noch Tee und Hustenbonbons. Abends schmiss ich mir dann noch eine Tiefkühlpizza in den Ofen und gammelte auf der Couch rum. Trotz Tee wurde der Hals aber nicht besser und so richtig fit fühlte ich mich auch nicht.
Was sollte ich tun. Ich beschloss am nächsten Tag auf den Campingplatz umzuziehen und dort abzuwarten bis die Erkältung einigermaßen vorüber ist, bevor ich sie verschleppe oder sie mich in den nächsten Tagen irgendwo im nichts ausknockt. Die nächsten Campingplätze auf der Route lagen alle wieder mehr oder weniger in der Pampa und ich hatte keine Lust dann dort irgendwo mehrere Tage im Zelt zu liegen ohne Supermarkt oder ähnliches drum herum.
Die letzten zwei Tage sind dann schnell erzählt. Diese habe ich mehr oder weniger im Schlafsack im Zelt verbracht, nur unterbrochen durch Gänge ins Waschhaus und in die Küche um den Thermobecher mit neuem Tee zu füllen.
Mittlerweile habe ich alle bei mit typischen Stufen einer Erkältung Halsschmerzen, Husten, laufende Nase, zugesetzte Nase, Schleim im Hals, durch. Etwas schlapp fühle ich mich noch, aber morgen geht es dann endlich weiter. Erstmal gemütlich, mal sehen wie es läuft. Zumindest soll das Wetter ganz ok werden.
Hoffe die Erkeltung ist ausgestanden und das Wetter besser!!!! Glück auf!!!
Danke, ja Erkältung ist besser geworden. Wetter leider nicht. Habe gerade schon wieder 2 Tage Regen aus gesessen. Aber laut Wettervorhersage sollen die nächsten 2 Tage gut und sogar mit zweistelligen Temperaturen werden. Wäre schön, wenn es stimmt und ich am Nordkap nicht im Nebel und Regen stehe.
Schade, das mit dem schlechten Wetter, Wind und Regen. Diese 10°C und graue Nässe sind uns sehr geläufig. Gute Besserung mit der Erkältung. Ich vermisse die Fotos.
Christian hat seine Strecke immer bei Komot veröffentlicht, die statistischen Daten waren immer sehr interessant, Entfernung, Geschwindigkeit und Profil. Also weiterhin viel Spaß
M
Danke. Die Erkältung ist mittlerweile fast Weg.
Auf dem Abschnitt habe ich vor allem an dem Regentag kaum Fotos gemacht. Und Fotos von mir im Zelt beim Schlafen und Erkältungauskureren sind nicht so spannend.
Die Strecken mit Christian zusammen waren öffentlich, weil ich Christian als Teilnehmer hinzugefügt hatte und Komoot die dann automatisch öffentlich schaltet. Ich bin noch am Überlegen, ob ich die anderen Etappen am Ende hier auch noch irgendwie auf einer Übersichtsseite anzeige. Aber mal sehen. Für die reine Strecke reichen auch die geplanten Routen, an die ich mich zu 95-99% halte, außer ich verpasse eine Abzweigung oder Komoot hat beim Routing Quatsch gemacht und ich sehe spontan auf der Karte einen schöneren Weg.