Moskenes

Als die Fähre gegen 20:00 Uhr Moskenes erreicht, liegen die Lofoten in einer dichten Wolkensuppe. Trotzdem ist es ein faszinierender Anblick. Auf der Einfahrt in den Hafen passieren wir ein kleines Fischerdorf und die kleinen bunten Häuser an der felsigen Küste sehen aus, wie ein Spielzeugland. Leider kommt es auf den Fotos nicht so rüber.
Vom Hafen machen wir uns auf den Weg zum Campingplatz von Moskenes, der hinter einem kleinen Hügel unweit des Hafens liegt. Moskenes besteht fast nur aus dem Hafen und dem Camping. An der Rezeption erwartet uns erst mal eine Schlange. Es sind noch einiger mehr von der Fähre auf die Idee gekommen die erste Nacht auf den Lofoten dort zu verbringen. Allgemein scheint der Campingplatz gerne als Durchgangsstation vor oder hinter der Fähre genutzt zu werden. Uns verwundert wie viele Zelte hier stehen. So viele haben wir auf der ganzen Tour in Norwegen noch nicht gesehen. Die Lofoten scheinen auch ein beliebtes Ziel für Backpacker zu sein. Auf der Fähre waren jede Menge Leute mit Riesenrucksäcken.
Storfjord

Unser letzter gemeinsamer Radtag beginnt relativ grau und als wir aufstehen sind die Hälfte der uns am Vorabend umgebenden Zelte schon verschwunden. Anscheinend sind viele mit der ersten Fähre gefahren.
Wir sind beide heute irgendwie in Urlaubsstimmung und lassen es etwas gemütlicher angehen, auch später auf dem Rad. Wir machen jede Menge Fotostops, aber die Landschaft und die bunten Fischerdörfer sind auch zu schön. Die ersten paar Tunnel auf unserer Strecke entlang der E10 lassen sich mit dem Rad auf der alten Straße außenrum umfahren. So kommen wir in den Genuß wunderbarer Ausblicke, die Autofahrern vorenthalten werden. Es sind jede Menge Urlauber mit Autos und Campern unterwegs und jede Parkbucht entlang der Straße wird für Fotostops genutzt. Einen Tunnel, der zwei Inseln verbindet und unter dem Meer entlang führte, konnten wir leider nicht umfahren. Der Radweg führte direkt auf einen holprigen Bürgersteig in den Tunnel. Erst holperten wir bergab, bevor es im ersten Gang wieder hinauf ans Tageslicht ging. Dazu noch relativ viel Verkehr. Wir waren beide froh, als wir endlich aus dem Tunnel hinaus waren. Für heute hatten wir unsere Tagesdosis an Feinstaub und Stickoxyd sicherlich erreicht.
Gegen Abend zieht es sich wieder etwas zu und es zieht fieser kalter Wind auf. So braucht die Frau vom Campingplatz keine großen Überredungskünste um uns eine kleine Hütte für die Nacht aufzuschwatzen. Sie kostet auch nur ca. 5€ mehr als zwei Zelte und später am Abend sind wir echt froh einen warmen und windgeschützen Ort zu haben um mit einem Bier (ok, es waren zwei. 😉 ) auf unseren letzten Abend anzustoßen.
Hammerstad

Auch wenn wir heute keine Zelte zusammenpacken mussten, brauchten wir an diesem Morgen wieder relativ lange….
Am Ausgang des Campingplatzes mussten wir uns verabschieden, denn Christians Flug sollte am Freitag von Bodo aus gehen. Er fuhr wieder zurück nach Moskenes und dann mit der Fähre nach Bodo. Es war irgendwie komisch nach fast vier Wochen, wieder alleine zu fahren. Aber nach einer Weile fand ich meinen Rhythmus und es ging zunächst wieder über eine kleine Straße zurück zur E10. Dieser folgte ich dann eine Weile, bis die Radroute zum Glück wieder abbog. Auf den kleinen Straßen war es doch angenehmer zu fahren. Viel weniger Verkehr, aber dafür mehr Schlaglöcher. 😉 Am Abend erreichte ich den Campingplatz in Hammerstad und traf einen Radler aus Neuseeland wieder, den ich vorher auf der Straße auch schon mal getroffen hatte. Er ist auch auf dem Weg ans Nordkap. Auf dem Campingplatz gab es neben zwei Katzen auch 1 oder 2 Hasen, die einfach in der Gegend rum hoppelten oder auch mal genüsslich von der Zeltwiese naschten. 😉 Sie störten sich auch nicht daran, wenn man auf dem Weg zur Toilette direkt an ihnen vorbei lief. Leider habe ich kein Foto gemacht.
Andoy

Heute hieß es dann auch schon wieder Abschiednehmen von den Lofoten. Nach ca. 30km war die Fähre zu den Vesteralen, einer weiteren Inselgruppe, erreicht. Wieder hatte ich Glück und kam am Hafen an, als die Fähre gerade beladen wurde.
Bei meiner Abfahrt hatte ich noch wunderbares Wetter, aber über den Tag wurde es immer grauer und kühler. Ich fuhr vor einer Schlechtwetterfront her, die langsam näher kam. In Sortland hatte sie mich dann eingeholt. Zum Glück war es nur ein Schauer, der nach einem Stop im Supermarkt schon vorüber war. Hinter Sortland wartete dafür die nächste steile und hohe Brücke auf mich. Die Brücken,die die einzelnen Inseln hier verbinden, sind wohl extra so hoch gebaut, dass die großen Hurtigruten-Schiffe unter ihnen hindurch fahren können. Allgemein waren die Brücken heute die höchsten Punkte der Tour. Ansonsten sind die Berge auf den Vesteralen flacher als auf den Lofoten und fallen auch meist nicht so steil zum Meer hin ab, so dass genug Platz für eine Straße entlang der Küste ist.
Am Abend erreiche ich den kleinen Campingplatz des Friluftsenter Andoy. Er liegt hinter einem Restaurant/Hotel mit direktem Blick auf den Fjord. Komischerweise ist er ziemlich verweist. Außer einem Pärchen mit VW-Bus und einer Backpackerin mit Zelt ist niemand hier. Bei einem kurzen Gespräch im Waschhaus, stellt sich heraus, dass heute Abend nur Deutsche auf dem Platz sind.
Kaum steht mein Zelt, fängt es auch schon an zu nieseln. Nach einiger Zeit hört es zum Glück aber wieder auf. Aber dann kommen kleinen nervigen Mücken. So ist es schwer den den schönen Ausblick aus dem Zelt auf den Fjord wirklich zu genießen, ohne, dass die nervigen Viecher ins Zelt kommen.
Andenes

Am nächsten Morgen regnet es mal wieder, was meine Stimmung beim Aufstehen nicht gerade hebt. Zum Glück hört es aber bald auf und sogar die Sonne lässt sich blicken. So kann ich im Trocken den Stecker der Forumslader reparieren. Mir war gestern Abend aufgefallen, dass das Kabel an der einen Seite fast ab war. Es hing nur noch eine einzelne Litze am Stecker und als ich es mir genauer ansehen wollte, brach diese auch noch ab. Ich habe keinen Ersatzstecker dabei, also musste ich improvisieren. Zum Glück ließ sich der Pin mit einigem Gefummel aus dem Stecker heraus drücken und die Quetschverbindung aufbiegen, so dass ich das Kabel neu quetschen konnte.
Durch die Bastelaktion verzögerte sich meine Abfahrt mal wieder.
Die Route sollte heute über kleine Straßen an der Westküste der Insel Andoya entlang nach Andenes gehen. Es lief gut. Es herrschte kaum Verkehr und die Straße führte in kleinen Wellen häufig direkt am Meer entlang. Es war eine angenehme Abwechslung. Mal war die Küste flach und weit, mal steil und die Straße zwängte sich direkt an den Fels. Schön war es auch, dass man hier auf das offene Meer gucken konnte. Das gab es in den letzten Tagen selten. Entweder konnte man die andere Seite des Fjords oder die Berge der Nachbarinseln sehen. Aber hier gab es einfach nur Weite. Dank der wenigen Autos konnte ich einfach meinen Blick schweifen lassen und träumen. Das hatte ich schon lange nicht mehr auf der Tour.
Am Abend zog es wie die letzten Tage auch dann wieder zu. Am Campingplatz in Andenes traf ich dann auch Mona wieder, die Backpackerin von gestern. Sie war mit dem Bus hier her gefahren.
Am Abend wurde es dann zunehmend windiger und es nieselte immer wieder.
Andenes Ruhetag
Gestern Abend hatte ich beschlossen heute hier einen Ruhetag zu machen. Eigentlich hatte ich überlegt diesen bis Tromso aufzuschieben, aber es sind noch zwei Tage bis dorthin. Außerdem war für heute starker Wind angekündigt. Ausnahmsweise sollte die Wettervorhersage sogar mal recht haben. Heute morgen war richtiges Sauwetter. Regen und Sturmböen. Irgendwann hörte es auf zu regnen und im Moment kommt sogar die Sonne raus. Aber der Wind blieb. Mit sorgenvollem Blick schaue ich immer wieder aus dem Aufenthaltsraum hinunter auf den Platz um zu sehen, ob mein Zelt noch steht. Aber zum Glück hält es dem Wind bis jetzt stand.
Hoffentlich behält die Wettervorsage für morgen auch recht und der Wind wird morgen weniger. Dann soll es mit der Fähre auf die Insel Senja gehen.
Wieder coole Bilder!! Hatte ein paar Berichte verpasst, bin aber gleich wieder aktuell. 😉
Schöne Bilder von der Lofoten-Strecke. War ein Fehler von uns, in Bodo aufzuhören, aber es war zu kalt. Wir werden aber wiederkommen (Auto)
Hat Christian dir die Griffel abgenommen, ich hoffe es geht bald mal weiter mit dem Bericht..
Viel Spaß noch
M