Trondheim – Nesna, Hügel, Täler, Seen, Fjorde, Fähren,…

Mal wieder habe ich mir in der letzten Woche keine Notizen gemacht und bekomme kaum noch zusammen, was an welchem Tag passiert ist. Daher diesmal eine Zusammenfassung der gesamten letzten Woche. 

Afjord – Osen – Namsos – Skaga – Vennesund – Tjotta – Nesna

edit_DSC01080

Nach dem Ruhetag in Trondheim machen wir uns auf den Weg zur Fähre in Flakk ein bisschen außerhalb der Stadt. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Rand der Altstadt an dem Fahrradlift vorbei, den ich irgendwann schon mal im Fernsehen gesehen habe. Am Vortag hatten wir ihn beide übersehen, aber heute stand eine Gruppe Touris drum herum, die ihn mit ihren Leihrädern ausprobierten. Der Lift soll es Radfahrern vereinfachen einen steilen Hügel hinauf zu kommen. Dazu stellt man sich mit einem Fuss auf eine „Stufe“, die dann auf Knopfdruck den Hügel hinauf fährt. Die meisten aus der Tourigruppe scheitern nach wenigen Metern, da sie keine Spannung im Körper halten. Christian musste es natürlich auch versuchen. Mit dem bepackten Rad schaffte er es aber auch nicht bis ganz nach oben. 

Auf der anderen Seite der Fähre beginnt dann das, was uns die nächsten Tage durchgehend begleiten wird: Hügel, Täler, Fjorde. Wir hangeln uns über wellige, kraftraubende Straßen durch Täler und über Hügel von einem Fjord zum andern. Die Landschaft ist beeindruckend, aber das ständige auf und ab auch extrem anstrengend. edit_DSC01134

Bei einem der vielen Fotostops fährt Christian in eine Baustelle an der Straße um eine schönere Perspektive zu haben. Auf dem Rückweg erwischt er dann mit der rechten vorderen Tasche eine hervorstehende Leitplanke und legt sich hin. Ein kleiner Schockmoment. Zum Glück ist ihm bis auf ein paar Schrammen an der Schulter und am Bein nichts passiert. Nur die Aufhängung der Tasche ist gebrochen. Mit ein bisschen Bastelei bekommen wir die Tasche mit Kabelbindern aber am Gepäckträger fixiert. Jetzt kann man sie zwar nicht mehr abnehmen, aber wir können die Tour fortsetzen. 

edit_DSC01174

Die nächsten Tage ging es dann so weiter, also nicht mit den Stürzen, sondern mit den Hügeln, Tälern und Fjorden. Insgesamt eine sehr faszinierende Landschaft, schaut euch am besten die Fotos an 😉 , aber irgendwie verschwimmt alles, weil ein schöner Moment den nächsten jagt und sich so kein Highlight richtig einprägt.

edit_DSC01225

In den letzten Tagen wurde es dann zum Glück etwas flacher. Wir folgten meist der Landstraße 17 und die Hügel wurden durch Fähren ersetzt. 😉 Deutlich weniger anstrengend und meist hatten wir Glück, dass die Fähren gerade kamen oder schon beladen wurden, als wir am Hafen ankamen. Nur bei einer mussten wir etwas über eine Stunde in leichtem Nieselregen warten. Insgesamt war das Wetter in der letzten Woche aber wieder überraschend gut. Bis auf ein paar Schauer konnte die Regenjacke in der Tasche bleiben. Nur am Campingplatz in Vennesund kam abends ein richtiger Regenschutt runter. Zwischenzeitlich stand mein Zelt in einem kleinen See, aber alles ist trocken geblieben. Nur unter meiner Isomatte hatte sich ein bisschen Wasser durch den Zeltboden gedrückt.

In Vennesund haben wir ein nettes holländisches Radlerpaar getroffen, mit denen wir relativ lange in Küche zusammen saßen und uns unterhalten haben. Die beiden waren in der entgegengesetzten Richtung von Tromso über die Lofoten nach Trondheim unterwegs. Ein ziemlich entspannter Abend. Am Vortag in Skaga hatten wir einen anderen Holländer auf dem Campingplatz getroffen. Er war auch auf dem Weg zum Nordkap, aber wohl etwas flotter als wir. Er erzählte, dass er am Tag so 110 – 140km fährt. Da können wir mit unseren 80 – 90 am Tag nicht mithalten. Mehr machen in dem Gelände aber meine/unsere Beine auch nicht mit.

Neben der schönen Landschaft und netten Holländern zählten noch eine Elchkuh mit zwei Jungen, die morgens auf einer Wiese neben der Straße entlang liefen und ein , ich sage junger Hirsch, Christian sagt Rentier, der neben der Straße stand und sich von Christian geduldig fotografieren ließ, zu den Highlights der letzten Woche. 

 

Und die Helgelandsbrua, eine Schrägseilbrücke bei Sandnessjoen. 

edit_DSC01266

 

Morgen oder übermorgen erreichen wir dann den Polarkreis. Kaum zu glauben, dass wir schon so weit im Norden sind. Der Polarkreis war für mich immer soo weit weg.

 

Hier dann noch jede Menge Fotos auf der letzten Woche.      

 

Ein Kommentar bei „Trondheim – Nesna, Hügel, Täler, Seen, Fjorde, Fähren,…“

  1. Da habt ihr ja ein schönes Stück geschafft. Jetzt kommt ein kritisches Teilstück. Warum: In 2012 haben wir in Haugland einen deutschen Fahrradfahrer am Straßenrand aufgelesen und an Bord genommen, dem die Schaltung kaputt gegangen ist. Wir haben ihn und sein Rad bis Bodo mitnehmen müssen, weil es unterwegs in den Orten keine Fahrrad-Werkstatt gab, die ihm helfen konnte. Also seid vorsichtig mit eurem Gerät. Der ältere Herr, auf dem Weg von München zum Nordkap, hat dann wenigstens ein warmes Essen und Frühstück bekommen. War kühl und regnerisch.
    Wenn ihr in Kilboghavn auf die Fähre geht, werdet ihr den Polarkreis kreuzen.
    Viel Spaß noch

Kommentare sind geschlossen.