Via Verde, Umfaller und seine Folgen
Von Teruel aus ging es, nach einem ausgiebigem Frühstück mit Schoko-Croissants und Erdebeermilch aus dem Supermarkt, wieder auf die Via Verde „Ojos Negros“.
(Ich habe ein bisschen recherchiert, für die es vll interessiert. Die Bahnstrecke war eine Minenbahn, die die Minen von „Ojos Negros“ mit einem Hafen am Mittelmeer verband. Sie wurde von der Minengesellschaft parallel zu der schon existierenden Eisenbahnlinie gebaut, da es wohl günstiger war eine eigene Bahnlinie zu unterhalten, als für den Transport auf der bestehenden Strecke zu zahlen. http://www.bahntrassenradwege.de/index.php?page=via-verde-de-ojos-negros-i )
Um zurück auf die Strecke zu kommen musste, schickte mich die Route über kleine Sträßchen durch den Ort. Erstmal zum warm werden schön den Berg hoch. Dabei kam ich dann zu meinem ersten Klicki-Umfaller meines Lebens. Gut, solange habe ich die Klickpedale noch nicht, aber die üblichen Umfaller an der Ampel, von denen man immer hört, konnte ich bis jetzt vermeiden. Beim Runterschalten am Berg sprang die Kette vorne über das kleinste Kettenblatt und ich trat ein paar Umdrehungen ins Leere, bevor ich langsam nach links umkippte. :/ Zum Glück war kein Verkehr, aber eine Schürfwunde am Ellenbogen und einen blauen Fleck am Knie habe ich als Andenken mitgenommen. Um auf dem weiteren Weg ein Stück auf der Nationalstrasse zu umgehen, sie sah auf der Karte in dem Bereich mit vielen Auf- und Abfahrten unübersichtlich aus, wählte ich kurzerhand einen Feldweg, der auch in die gewünschte Richtung führte. Aus diesem wurde nach kurzer Zeit ein schmaler Trampelfahrt. Also wieder MTB-Einlage, diesmal aber selbst gewählt und gut fahrbar. Zum Glück kam kein Wanderer entgegen. Zurück auf der Strecke ging es mehr oder weniger fast nur noch geradeaus durch kleine Felder, mal auf Asphalt, aber meist auf Schotter. Dafür mit angenehmem Rückenwind.
Kurz hinter der alten Bahnstation von Santa Eulalia endete für mich die Reise auf der Via Verde. Irgendwo im Nirgendwo auf einer Kreuzung zweier Schotterpisten ohne jeden Wegweiser. Ich hätte ja schon gerne noch die alten Minen gesehen, aber auch auf meiner Karte konnte ich sie nicht entdecken. Naja seis drum. Über Schotterpisten ging es anschließend zur nächsten kleinen Landstrasse. Im nächsten Dorf machte auf dem ausgestorbenen Dorfplatz Pause. Über genauso verlassene Landstrassen hangelte ich mich weiter von Dorf zu Dorf. Am späteren Nachmittag buchte ich dann übers Internet wieder ein Zimmer in einem Hotel. Campingplätze waren in der Region immernoch Mangelware. Am frühen Abend kam ich dann in Calamocha an und bezog mein Zimmer. Später machte ich noch eine Runde durch den Ort und zum Supermarkt um mich mit Abendessen und Verpflegung für den nächsten Tag einzudecken. Die Region scheint irgendwie berühmt für ihren Schinken zu sein. An der Hauptstrasse konnte man an jedem zweiten Haus Schinken kaufen und im Supermarkt gabs ganze Schinken am „Bein“.
Am nächsten Tag sollte es dann nach Zaragoza gehen. Am Vorabend hatte ich mir die Strecken nochmal angesehen und beschlossen, dass es machbar sein sollte. Viele größere Orte, wo es potenziell Hotels oder Pensionen geben könnte, lagen eh nicht auf der Route.
Also dann los. Am Anfang ging es über kleinste, holprige Dorfstrassen, mit zum Teil kräftigem Gegenwind.Irgendwie lief es so gar nicht und ich fing an zu zweifeln, ob ich es bis Zaragoza schaffen würde. Als dann auch noch die einzige kleine Straße in dem Tal auf einmal wegen eines Mountainbike-Rennens(Marathons) gesperrt war, war ich kurz davor zu verzweifeln. Der Streckenposten erklärte mir auf spanisch, dass die Straße gesperrt sei und dass ich umdrehen müsste,… (Zumindest habe ich das so gedeutet ohne ein Wort verstanden zu haben 😉 ) Als ich dann auf Englisch nochmal nachfragte, ob ich wirklich nicht weiter fahren kann, gab er das OK, dass ich ganz vorsichtig und „slowly“ gegen die Richtung des Rennens fahren dürfe. Also fuhr ich „slowly“ weiter. Es schien mir eher ein Amateur/Jedermann-Rennen gewesen zu sein. Die paar Teilnehmer, die mir entgegen kamen, waren zumindest relativ entspannt unterwegs und schienen das ganze nicht ultra ernst zu nehmen. Zum Glück konnte ich bald die Rennstrecke wieder verlassen und kurbelte auf einsamen Sträßchen, aus dem Tal heraus. So langsam wurde der Wind weniger und meine Beine spielten zunehmend mit. Nach einer längeren Pause, lief es auf einmal erstaunlich gut. Nach einer Weile weiterem von Dorf zu Dorf hangeln, begann das Stück Nationalstraße, vor der ich ein bisschen Bammel hatte. Aber alles halb so schlimm. Die meiste Zeit hatte ich die Straße fast für mich alleine. Anscheinend haben Spanier Samstag nachmittags besseres zu tun, als auf der Nationalstrasse durch die Gegend zu fahren. Wahrscheinlich liegt es auch einfach daran, dass es eine parallele Autobahn gibt und so zumindest der Durchgangsverkehr darauf ausweicht. Nach zwei kleineren Bergen ging es dann fast nur noch bergab. Oft auch noch mit Rückenwind, zum Teil aber auch mit heftigem Seitenwind. Das macht dann mit voll bepacktem Rad nicht so viel Spaß. Mein Rad fängt bei höheren Geschwindigkeiten sowieso schon leicht an zu schlingern. Bei Seitenwind ist es dann besonders anstrengend in der Spur zu bleiben. Die letzten Kilometer vor Zaragoza wurde es dann doch langsam voller auf der Nationalstrasse, aber dank des relativ breiten Seitenstreifens war trotzdem noch gut zu fahren. Nach einem kurzen Stop an einem Supermarkt ging es dann zum Campingplatz von Zaragoza. Hier buchte ich mich dann direkt für zwei Nächte ein. Ich wollte mir am nächsten Tag die Stadt ansehen und mein Knie nach dem Umfaller gestern ein bisschen schonen.
Der Ruhetag in Zaragoza ist schnell erzählt. Er fing erstmal sehhhhrrr träge an. Den Vormittag habe ich quasi kaffeetrinkend im Zelt verbracht. Nachdem die Radklamotten von gestern gewaschen waren, machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich war erstaunt wieviel in der Sadt los war. Nicht nur Touris, sondern auch jede Menge Einheimische waren unterwegs, spazierten mit der ganzen Family durch die Stadt oder saßen in einem der vielen Cafes und Bars und genossen das schöne Wetter.
Nachdem ich „alles“ gesehen hatte, machte ich mich auf den Rückweg zum Campingplatz um diesen Text zu tippen. Morgen geht es dann weiter auf dem Rad.
Ließt sich super! Bin ein wenig neidisch. Hab ich das schon erwähnt? 🙂
Und endlich wegen Klickern hingefallen!!! Wie heißt es doch: Wer noch nicht vom Pferd gefallen ist, kann nicht reiten. Ich denke, das kann man einfach übertragen. 😉
Ja, ich glaube das hast du schon erwähnt. 🙂
Bisher war es zum Glück der einzige Sturz. Darf auch gerne so bleiben. 😉