Weiter entlang der Küstenroute: Nesna – Bodo

Jetzt sitzen wir gerade auf der Fähre von Bodo auf die Lofoten und ich habe Zeit mal etwas zu den letzten Tagen zu Tippen. Wir sind ein paar Tage vor unserem Zeitplan so dass Christian mich noch 1-2 Tage auf den Lofoten begleiten wird, bevor er am Freitag von Bodo aus nach Hause fliegt.  

 

Kilboghamn

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Nach dem Ruhetag in Nesna steht am nächsten Tag erst mal der nächste Anstieg vor uns. Die ersten Kilometer aus Nesna raus geht es noch relativ flach den Fjord entlang, bevor die Straße sind erst in 2-3 Serpentinen und dann geradeweg einen Bergrücken hoch windet. Das Tal des Fjords ist dort so eng und der Hang so steil, dass unten kein Platz für eine Straße ist. So müssen wir halt rauf. Als Belohnung für die Anstrengungen gibt es kurz vor dem „Gipfel“ einen Aussichtspunkt mit einem grandiosen Blick auf den Fjord. Dort machen wir unsere erste Pause. Nach und nach kommen immer wieder Wohnmobile an und auch eine Reisegruppe mit wahrscheinlich Amerikanern, die mit ihrem ständigen aufgeregten Geplapper unsere Ruhe stören. 😉  Als wir unsere Sachen packten, kam ein andere Radreisende an dem Rastplatz an, mit der wir uns kurz unterhielten. Sie kam auch aus Deutschland und war in südlicher Richtung unterwegs. Sie konnte uns zum Glück unsere Sorgen zu den beiden langen Tunneln, die heute auf unserer Route lagen, nehmen. Wir waren uns unsicher, ob man diese mit dem Fahrrad befahren darf, aber sie sagte uns, dass es kein Problem sei.  Nachdem wir den Bergrücken bezwungen hatten ging es Schuss zurück an den Fjord und an dessen Ufer um ihn herum, bevor der erste der beiden fast 3 km langen Tunnel uns durch den Berg zum Nachbarfjord bringen sollte. Vor dem Tunnel zogen wir noch schnell lange Sachen an, da es selbst in den bisherigen kurzen Tunneln eiskalt war. Dann Licht am Rad an und los in das schwarze Loch. Zum Glück war der Tunnel beleuchtet und es war kaum Verkehr. Unglaublich wie laut ein einziges überholendes Auto in so einer Röhre ist.  Am Ende waren wir froh, als wir wieder am Tageslicht waren. Wir folgen weiter dem  nächsten Fjord bis der nächste Tunnel anstand. Also wieder Jacke an, Licht an und durch.  Danach weiter an den nächsten Fjorden entlang bevor die Straße vor Kilboghamn noch einmal über einen Bergrücken führte. Dort war eine große Baustelle. Es sah so aus, als wollen sie die zum Teil sehr enge Straße dort durch einen Tunnel ersetzen. Zum einen Schade um die schöne Aussicht aufs Meer, aber schon verständlich. Die Straße war dort so eng, dass selbst 2 normale Autos Probleme gehabt hätten an einander vorbei zu kommen. Von Kilboghamn waren es dann noch 2-3 km zum Campingplatz. Dort trafen wir einen Radler wieder, der schon in Nesna neben uns gezeltet hatte. Dort hatten wir uns aber irgendwie nicht unterhalten und er war am morgen schon aufgebrochen, als wir noch gemütlich bei unserem zweiten Kaffee gesessen haben.  Er kommt aus Salzburg und ist auch auf dem Weg ans Nordkapp. 

 

Reipa

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Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und wir kommen erstaunlich früh los.  Wir wollen um kurz nach 10:00 Uhr die Fähre in Kilboghamn bekommen und so sitzen wir schon um 9:30 Uhr in Sattel und radeln zum Hafen. Dort sitzt schon Dominik. Dieser Situation wird sich heute bei den folgenden 2 Fähren wiederholen. Wir trödeln nach den Fähren immer noch etwas bevor wir weiter fahren. So ist er immer vor uns da. Auf der Fähre von Kilboghamn nach Jektvik überqueren wir den Polarkreis. Eigentlich relativ unspektakulär und bei 20-25°C und Sonnenschein auch etwas surreal. Am Ufer steht eine kleine Weltkugel und laut anderer Blogs gibt es wohl auch eine Durchsage auf dem Schiff, die wir aber durch den Lärm der Motoren auf dem Deck nicht gehört haben.Nach der Fähre ist vor der Fähre. Wir hangeln uns weiter ein paar Fjorde entlang und durch einen längeren Tunnel nach Agskardet, wo die nächste Fähre und Dominik am Hafen auf uns wartet. Auf der anderen Seite das gleiche Spiel. Dominik startet direkt durch und wir machen erst nochmal eine kleine Pause. Heute Nachmittag haben wir Zeit. Wir wollen noch die Fähre nach Ornes nehmen, aber die fährt sehr selten und die nächste erst um 19:00 Uhr.  Die Fähre wird auch fast nur von Radfahrern benutzt, die den 7 km langen Tunnel auf der Fv17 nicht befahren dürfen und über die Fähre ausweichen müssen. Die Straße schlängelt sich weiter in leichtem auf und ab die Küste entlang. Selbst mit einer längeren Eispause an einem Coop sind wir immer noch viel zu früh am Hafen in Vassdalvik. Dominik sitzt schon dort. 😉 So vergammeln wir 2 Stunden am Hafen bis endlich die Fähre kommt.In Ornes verabschiedet sich Dominik von uns. Wir wollen nach dem Einkaufen nur noch bis zum nächsten Campingplatz in Reipa fahren. Ihn hat aber irgendwie der Ehrgeiz gepackt und den übernächsten in 20-30 km angepeilt. Uns reichen die 7 km. Es ist eh schon spät genug und so langsam wird es auch kalt.       

 

Oh. Hups, jetzt ist die Fährfahrt auch schon wieder vorbei.Dann sitze ich jetzt in Andenes auf dem Campingplatz im Aufenthaltsraum. Draußen stürmt es und ich bin froh mich entschieden zu haben einen Pausentag zu machen. Jetzt sind aber schon wieder einige Tage vergangen und ich hoffe, dass ich noch alles zusammen bekomme. 

 

Saltstraumen

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Die Etappe zum Saltstraumen war, soweit ich mich erinnern kann, wenig spektakulär. Das Wetter war grau und kühl. So fuhren und fuhren wir und ich habe an dem Tag kaum Fotos gemacht. Es ging den ganzen Tag hoch und runter. Am Abend kamen wir dann am Saltstraumen an. Nach einem Stop im Supermarkt machten wir uns auf den Campingplatz. Der Platz war irgendwie seltsam, mehr wie ein Wohnmobilparkplatz. Für Zelte gab es einen kleinen Rasenstreifen um einen bröckelnden Betonplatz und es war schwierig eine einigermaßen ebene Stelle zu finden. Der Saltstraumen scheint irgendwie ein Tourimagnet zu sein. Es ist ein Fjord mit dem wohl größten Tidendurchfluss. Das Wasser muss dort bei Ebbe und Flut durch eine enge Stelle an einer Insel und erreicht wohl Geschwindigkeiten von 40km/h. Als wir über die hohe Brücke darüber fuhren, konnte man die starke Strömung gut sehen. Jemand versuchte mit seinem Boot mit Vollgas gegen die Strömung zu fahren und kam dabei kaum vom Fleck. 

 

Bodo

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Vom Saltstraumen waren es nur noch ca. 30 km bis Bodo, von wo aus wir nachmittags die Fähre auf die Lofoten nehmen wollten. Nach ein paar Kilometern verließen wir die Küstenstraße Fv17, die uns die letzten Tage begleitete und fuhren auf einem separaten Radweg entlang des Rv 80 in die Stadt. Das Wetter war durchwachsen, besserte sich aber je mehr wir uns Bodo näherten. In der Stadt führte uns der erste Weg zu einem Supermarkt, da es auf den Lofoten vor dem angepeilten Campingplatz in Moskenes keine Einkaufsmöglichkeit mehr gab. Da wir noch genug Zeit hatten, drehten wir noch eine kleine Runde zu einem Baumarkt und zum Flughafen, da Christian nach Verpackungsmaterial für sein Rad für den Rückflug schauen wollte. Danach ging es dann zum Fährhafen. Dort warteten wir ca. eine halbe Stunde in strahlendem Sonnenschein bis wir auf die Fähre konnten.  Auf der Fähre gab es zu Christians Enttäuschung leider kein WLAN. So mussten wir uns die 4 Stunden Fahrtzeit ohne Internet vertreiben. Erst an Deck, bis es durch den Wind zu kalt wurde, dann drinnen in den Sitzen, die schön in Reihen wie im Bus aufgestellt waren. Also Lesen  und den ersten Teil diese Blogartikels schreiben.  

 

Ein Kommentar bei „Weiter entlang der Küstenroute: Nesna – Bodo“

  1. Musste ja ewig auf den nächsten Eintrag warten, war schon ganz nervös. Schön, dass ihr überwiegend gutes Wetter gehabt habt. Und die Bilder sind toll.
    Viel Spaß weiterhin.
    M

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