Die vierte Woche: Rhone, Berge, Seen, Schweiz

Oje, jetzt hat es diesmal noch länger gedauert bis der neue Blogeintrag kam. Diesmal lag es auch daran, dass ich meinen Ruhetag nach hinten verschoben habe, damit ich ihn in Zürich bei meinem alten Mitbewohner Rene verbringen kann. 

Ich hoffe ich bekomme noch alles zusammen, die Tage verschwimmen immer mehr… 😉

Aber von vorne:

Charmes-sur-Rhone

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Nach dem letzten Ruhetag hatten sich meine Beine wieder erholt und so ging es am Montag mit neuem Schwung weiter die Rhone entlang. Weiterhin meist gut ausgeschildert über separate Radwege und kleine Straßen, mal auf der einen mal auf der anderen Seite des Flusses. Insgesamt ganz gut zu fahren, aber nach ein paar Tagen fand ich das relativ breite Rhonetal auf Dauer doch recht langweilig. Am Ende des Tages landete ich auf dem kleinen „Camping Municipal“ in Charmes-sur-Rhone, dem bisher günstigsten Campingplatz meiner Reise. Dafür war aber auch der Boiler im Waschhaus kaputt und so gab es abends nur eine kurze eiskalte Dusche. Aber besser als nix.

Lac-de-Paladru 

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Am Dienstag ging es noch ein kleines Stück weiter die Rhone hoch, bevor meine Route bei Valence abbog, um die Rhoneschleife bei Lyon abzukürzen. Also ging es einmal quer durch Valence bevor ich nach einigem Rumgeeier durch Industrie- und Gewerbegebiete endlich im Tal des Flusses Isere ankam. Im Nachhinein wäre es vielleicht geschickter gewesen der Rhone noch ein Stückchen weiter bis zur Mündung der Isere zu folgen. Aber gut. An der Isere gab es auch einen ausgeschilderten Radweg, der einen aber durchaus über ein paar Hügel schickt. Der Fluss ist in dem relativ breiten Tal zum Teil tief eingeschnitten, so dass man nicht immer direkt am Fluss entlang fahren kann. Insgesamt war das leichte auf und ab eine schöne Abwechslung zum relativ eintönigen flach am Fluss Entlangfahren an der Rhone.

Irgendwann bog meine Route dann aber vom Fluss weg in Richtung Norden ab und der eigentliche Spaß begann. Von jetzt an ging es über kleine Straßen hoch und runter, meist aber hoch 😉 nach Voiron, von wo aus dann der letzte Anstieg zum Lac de Palandru anstand. Als ich in Voiron ankam war ich schon fix und alle. Zwischendurch habe ich echt gezweifelt, ob das so die top Idee war hier lang zu fahren. In Voiron fand ich zum Glück einen Supermarkt in einem Einkaufszentrum, wo ich mich erst mal mit nem Liter Kakao, Wasser und etwas zu Essen für die letzte Steigung stärken konnte. 

Dann hieß hoch auf den Berg. Um das steilste Stück auf der vielbefahrenen Straße zu umgehen, suchte ich mir auf der Karte eine kleine Straße daneben, die aber wahrscheinlich noch steiler war. Auf jeden Fall war es bisher das einzige Stück auf der Tour, das ich auf Asphalt geschoben habe. Nachdem ich mein Rad also die Steigung hoch geschleppt hatte, ging es auf der Hauptstraße weiter, bevor ich auf die kleinere Straße nach Bilieu abbog. Dort ging es dann nochmal wieder ein bisschen den Berg hoch bis ich endlich am Lac-de-Paladru ankam. Es war schon relativ spät geworden. Die ersten beiden Campingplätze, die ich anfuhr hatten schon zu, aber am dritten bekam ich zum Glück noch einen Platz für die Nacht. Nach dem Zeltaufbauen und Duschen hatte ich keine Lust mehr im Dunkeln zu kochen, so dass es diesmal nur eine große Portion Schoko-Müsli zum Abendbrot gab.  

Seyssel

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Nach dem harten Tag hatte ich am Morgen ein paar Probleme mich wieder aufzuraffen, aber nachdem ich endlich auf dem Rad saß, lief es erstaunlich gut. Zuerst ging es erst mal wieder bergauf, bevor es Schuss hinunter ins Rhonetal ging. Dort angekommen folgte ich wieder der „Via Rhona“ flussaufwärts. Das Tal fand ich in diesem Bereich des Flusses irgendwie schöner als weiter unten. Es ist enger mir vielen Bergen rund herum, zum Teil schon wie eine Schlucht. Insgesamt abwechslungsreicher.  

Tannay

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Heute stand also das letzte Stück entlang der Rhone zum Genfer See an und damit auch das letzte Stück der Tour durch Frankreich. Da sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz Christi Himmelfahrt ein Feiertag ist, musste ich mich morgens schon beim Supermarkt mit Proviant für den Tag und Nudeln für das Abendessen eindecken. Die Supermärkte in Frankreich haben Sonntags und Feiertags häufig halbtags auf.

Der Weg führte am Anfang noch relativ nah des Flusses weiter durch das Tal, immer entlang des Hangs, was ein schönes auf und ab bedeutet. Dazu kam heute wieder ein fieser Gegenwind aus Norden, so dass ich selbst bergab zum zum Teil mit treten musste. Die Grenze zur Schweiz war ähnlich unspektakulär wie die von Spanien nach Frankreich. Irgendwo mitten im Wald wechselte der Straßenbelag auf einmal von dem recht rauen in Frankreich auf schön feinen Asphalt und das war es. Kein Schild, kein Grenzhäuschen… Jetzt war ich also in der Schweiz, meinem dritten Land auf der Tour. Der Weg führte noch ein bisschen auf und ab durch ein paar Dörfer bevor es hinunter nach Genf ging. Die Straßen waren angenehm leer und an den großen Straßen gab es separate Fahrradstreifen. Erst unten an der Seepromenade wurde es dann richtig voll. Ein kleiner Schock für mich nach den Tagen auf relativ leeren Straßen und Wegen, auf einmal so viele Leute. So richtig motiviert auf Sightseeing war ich nicht, so dass ich nach einer kleinen Pause auf der Promenade wieder aufs Rad schwang um zum nächsten Campingplatz außerhalb Genfs nach Tannay zu fahren. Dort bekam ich einen Platz direkt am See, so dass ich beim Abendessen den schönen Ausblick genießen konnte. Am Abend saß ich noch relativ lange auf einer Bank am Ufer und saß mir an, wie der Sonnenuntergang die Berge auf der anderen Seeseite in rot-oranges Licht tauchte. Das hatte etwas sehr beruhigendes und ich kam das erste Mal auf der Reise ins Grübeln über dies und das.    

Yverdon  

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Von Tannay ging es zunächst entlang des Genfer Sees bevor ich abbog und hügeliger wurde. Für Schweizer Verhältnisse wahrscheinlich noch sehr flach, für mich als Flach-Rhein-Länder war es aber schon mehr so wie die Eifel. 😉 Insgesamt aber noch gut zu fahren. Ansonsten war der Tag relativ unspektakulär. Mir ist nur aufgefallen, dass die Kühe hier in der Schweiz bimmeln. 😉 In Spanien und Frankreich hatten sie keine Glocken um den Hals. In Yverdon am Lac de Neuchatel bekam ich auf dem Campingplatz erst mal einen Kinderschock. Insgesamt war der Campingplatz, wahrscheinlich wegen des langen Wochenendes, sehr gut gefüllt. Und im Gegensatz zu den letzten Wochen, wo ich hauptsächlich Rentner in ihren Wohnmobilen als Nachbarn hatte, waren hier sehr viele Familien mit kleinen Kindern. 

 

Solothurn

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Dank der Sonne, die schon morgens früh auf mein Zelt schien und längeres Rumgammeln im Zelt zu einer schweißtreibenden Angelegenheit machte, kam ich heute für meine Verhältnisse relativ früh los. So konnte ich den Tag etwas entspannter angehen lassen. Es ging entlang des Lac de Neuchatel weiter in Richtung Nordosten und an der Spitze des Sees hinüber zum Bieler See. So langsam näherte ich mich der Grenze zur deutschsprachigen Schweiz, bis auf einmal alle Straßenschilder auf deutsch anstatt französisch waren. Es war eine sehr schöne Strecke zwar mit ein paar Steigungen aber nichts wildem. In Biel kaufte ich dann ein, da der angepeilte Campingplatz in Solothurn ein bisschen vor der Stadt lag und ich keine Lust hatte nochmal in die Stadt zu fahren. Außerdem wusste ich nicht, wie lange die Geschäfte samstags in der Schweiz geöffnet haben. In Solothurn gab es neben dem Campingplatz noch ein Hafenfest. Ich war zwar nicht dort, aber zum Kochen konnte ich aus der Entfernung einer Blues Brothers-Coverband lauschen.  

Zürich

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Diese Woche habe ich meinen Ruhetag, der ja die letzten Wochen immer sonntags war, verschoben und bin weiter gefahren. Der Plan war es bis nach Zürich zu kommen und dort Rene meinen ehemaligen Mitbewohner aus Bonn zu besuchen.

So ging es von Solothurn aus weiter, diversen regionalen Radrouten folgend nach Zürich. Ich habe an dem Tag keine Fotos gemacht. Irgendwie war die Landschaft nicht so extrem spannend. Relativ „flach“ und dicht besiedelt. Alle paar Kilometer kam ein Dorf und dazwischen noch ein paar Bauernhöfe.

Nach Zürich hinein habe ich dank des Handy-Navis gut gefunden. Das hinein- und hinausfinden aus Städten ist mit Navi so viel einfacher als mit Papierkarten. Vll. hat es manchmal den Nachteil, dass man nicht wirklich weiß, wo man ist und wie die Orte drum herum heißen, aber für Fahrten durch Städte hat das Navi Riesenvorteile.

Abends kam ich dann in der WG von Rene und Anna an und wurde herzlich begrüßt. (Nur Peach die Hündin hat mich nicht wieder erkanntund gebellt. 😉 )  Rene hatte für abends die WG und Freunde zum Essen eingeladen und so gab es lecker Semmelknödel mit Pilzsoße. Eine angenehme Abwechslung zu Nudeln mit Soße aus dem Glas. 

Die letzten zwei Tage habe ich hier hauptsächlich die Füße hoch gelegt und das schöne Wetter auf dem Balkon genossen.

Gestern war ich mittags mit Rene und einem seiner Mitbewohner erst lecker vegetarisch Essen und anschließend im Limmat (dem Fluss in Zürich) schwimmen. Beziehungsweise es war weniger schwimmen als treiben lassen. An einer Badestelle im Kanal hinter einem Wasserkraftwerk konnte man entlang einer Mauer den Kanal bis zum Kraftwerk hinauf laufen, ins Wasser springen und sich bis zum Ende des Kanals treiben lassen. Das ist echt schön und das Wasser war angenehm kühl. Rene und Philip sind auch noch eine Brücke hinauf geklettert und hinunter gesprungen. Das habe ich mir aber gespart.  

Heute habe ich dann nicht wirklich viel gemacht. Heute morgen gewaschen. Mittags war ich dann eine Gaskartusche für meinen Kocher und Grillzeug für heute Abend besorgen. Und den Eintrag hier habe ich dann auch noch geschrieben.

Insgesamt waren es aber zwei sehr schöne und entspannte Tage hier. Mal sehen wie schwer es mir morgen fällt, mich wieder auf mein Rad zu schwingen.

Es geht die nächsten Tage über Konstanz weiter in Richtung Stuttgart. Von dort aus will mich nächste Woche mein Bruder bis nach Limburg begleiten.

 

    

4 Kommentare bei „Die vierte Woche: Rhone, Berge, Seen, Schweiz“

  1. Hi Matthias,
    mir wurde gerade Deine Postkarte ins Büro per e-mail weitergeleitet. Du hättest ja mal früher sagen können, dass Du einen Blog zur Radtour schreibst. Jetzt habe ich wengistens etwas zu tun 😉 Mit Glück gibt es Ende der Woche die Abnahme, also Daumen drücken!!!
    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß,
    Harry

    1. Hallo Harry.
      Oh. Da hat die Karte aber lang gebraucht.
      Ich hatte den Blog nicht an die große Glocke gehängt, weil ich nicht wusste, ob ich wirklich regelmäßig etwas schreibe. ?

      Das hört sich ja gut an. Drücke die Daumen, dass alles glatt läuft und die Baustelle ein Ende findet.
      Viele Grüße vom Bodensee.

  2. Hi Matze,
    Super Reise-Berichte, macht Spaß zu lesen und anzuschauen! Dir weiterhin noch gute Fahrt und bis bald in Darmstadt 🙂
    Viele Grüße,
    Helgo

  3. Nächster Blog Eintrag bitte! Bin fertig… ?

Kommentare sind geschlossen.